Extreme Hitze und Trinkwasserqualität: Warum Kontrollen und Dokumentation immer wichtiger werden
Und warum werden Kontrolle, Selbstkontrolle und eine nachvollziehbare Dokumentation dadurch noch wichtiger für die Zukunft?
Die Schweiz verfügt über eine sehr hohe Trinkwasserqualität. Gerade längere Hitzeperioden können die Rahmenbedingungen jedoch verändern. Wassertemperaturen steigen, Wasserstände können sinken und die Verfügbarkeit einzelner Ressourcen kann sich verändern.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die Trinkwasserqualität bei Hitze schlechter wird. Es bedeutet vielmehr, dass sich Risiken und Rahmenbedingungen verändern können, und damit auch die Bedeutung von Selbstkontrollen.
Was verändert sich bei extremer Hitze?
Wie stark bspw. eine Wasserversorgung von Hitze und Trockenheit betroffen ist, hängt von den lokalen Gegebenheiten ab. Entscheidend sind unter anderem die Art der Wasserressource, die Beschaffenheit des Einzugsgebiets, die vorhandene Aufbereitung sowie die Infrastruktur.
Bei längeren Hitzeperioden können unter anderem folgende Aspekte relevant werden:
Höhere Wassertemperaturen
Hohe Lufttemperaturen und intensive Sonneneinstrahlung können auch die Temperatur von Gewässern beeinflussen. Höhere Wassertemperaturen können biologische und chemische Prozesse verändern und beispielsweise das Wachstum von Mikroorganismen (bspw. Legionellen) oder Algen begünstigen.
Sinkende Wasserstände
Längere Trockenperioden können dazu führen, dass Quellen weniger Wasser liefern oder Wasserstände sinken. Dadurch können sich die verfügbaren Wassermengen verändern.
Für Wasserversorgungen bedeutet das beispielsweise, dass Reserven stärker beansprucht werden oder zusätzliche Ressourcen zugeschaltet werden müssen. Eine laufende Dokumentation macht solche Veränderungen über längere Zeit sichtbar und hilft dabei, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen.
Gewitter nach längeren Trockenperioden
Auf extreme Hitze und Trockenheit folgen oftmals starke Gewitter. Nach starken Regenfällen können beispielsweise Trübungen oder andere Veränderungen im Rohwasser auftreten, insbesondere bei Quellen und Oberflächengewässern.
Gerade der Wechsel zwischen Trockenheit, Hitze und Starkregen zeigt, weshalb nicht nur einzelne Messwerte, sondern Verläufe und Zusammenhänge über längere Zeit relevant sind.
Entscheidend ist deshalb nicht, bei jeder Hitzeperiode automatisch von einer Gefährdung der Trinkwasserqualität auszugehen. Vielmehr geht es darum, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Risiken zu beurteilen und bei Bedarf gezielt reagieren zu können.
Trinkwasserqualität braucht Kontrolle (und Dokumentation)
Gerade aussergewöhnliche Wetterbedingungen zeigen, wie wichtig eine gute Vorbereitung auf künftige Hitzeperioden ist. Eine Kontrolle ist zunächst eine Momentaufnahme. Eine sorgfältige Dokumentation macht dagegen Entwicklungen sichtbar, hält Erfahrungen fest und schafft eine nachvollziehbare Grundlage für zukünftige Entscheidungen.
Eine Historie ist besonders wertvoll, wenn später Fragen zu einer Abweichung oder einer getroffenen Massnahme entstehen. Sie zeigt, was festgestellt wurde, wie darauf reagiert wurde und welche Schritte anschliessend erfolgt sind.
Welche Rolle spielt die W4 Richtlinie in alldem?
Selbstkontrolle und Dokumentation betreffen dabei nicht nur die Überwachung der Trinkwasserqualität. Auch der sichere Betrieb und die Instandhaltung der Wasserverteilung spielen eine wichtige Rolle.
Während die W12 unmittelbar mit der Selbstkontrolle verbunden ist, hat die SVGW-Richtlinie W4 «Richtlinie für Wasserverteilung» einen anderen Schwerpunkt.
Die Richtlinie W4 beschreibt Aspekte und Vorgaben, die bei Planung und Projektierung, Bau und Prüfung sowie beim Betrieb und der Instandhaltung von Wasserverteilsystemen für die Trinkwasserversorgung zu beachten sind.
W12 und W4 erfüllen damit unterschiedliche Funktionen, ergänzen sich aber in der Praxis:
- W12 → Selbstkontrolle, Gefahrenanalyse und gute Verfahrenspraxis
- W4 → Wasserverteilung, Betrieb und Instandhaltung
Warum dokumentieren immer wichtiger wird
Mit steigenden Anforderungen an die Selbstkontrolle und komplexeren Betriebsbedingungen wächst auch die Menge an Informationen, die Infrastrukturbetreiber im Alltag verarbeiten müssen. Besonders problematisch wird das, wenn Informationen an unterschiedlichen Orten liegen und nicht für alle zugänglich sind. Tools wie Inventsys können hier für mehr Transparenz sorgen.
Gerade bei aussergewöhnlichen Situationen – etwa während längerer Hitze- oder Trockenperioden – hilft Inventsys, den Überblick zu behalten und jederzeit nachvollziehen zu können, was kontrolliert wurde und welche Aufgaben anschliessend notwendig waren.
Extreme Wetterlagen machen Dokumentationen umso wichtiger
Extreme Hitze bedeutet nicht automatisch eine schlechtere Trinkwasserqualität. Sie kann jedoch die Rahmenbedingungen verändern, unter denen Versorgungen arbeiten.
Umso wichtiger ist es, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Risiken im Rahmen der Selbstkontrolle zu beurteilen und notwendige Massnahmen konsequent umzusetzen.
Inventsys schafft als vom SVGW zertifiziertes Unternehmen dafür die Grundlage: Es macht Kontrollen nachvollziehbar, hilft Aufgaben zu verteilen und festzuhalten und ermöglicht es, Erfahrungen für künftige Situationen zu nutzen.